Günter Gauss im Gespräch mit Angela Merkel 1991

Das ist hochwertiger und respektvoller Journalismus

nachfolgende Kommentare sind nicht von mir, sondern aus den Kommentarspalten unter diesem Video:

6:11 „klingt schön. sind sie sich dessen bewusst, wenn etwas schön klingt?“ solchen journalismus findet man heute nicht mehr. Und die Antwort ist interessant.

9:59 …. er konnte 20-30 Jahre in die Zukunft blicken…

12:17 ! Gaus: „Mal überspitzt gesagt: In fünf Jahren sind Sie für Kohl nicht mehr so bequem wie jetzt…?“ Vorausahnung/Präkognition?

12:31 „Widerspruchsgeist unbedingt notwendig, um zu überleben!“

Ab 16:55 (ff.) :“… Ich war gerne in der FDJ aus […] Opportunismus natürlich.“

20:12 Anpassung ist Teil meines Lebens

26:29 „Vielleicht hab ich da ein autoritäres Verhalten in mir.“

26:40 Tiefes Mißtrauen zu basisdemokratischen Gruppierungen

Aus heutiger Sicht hoch interessante Stichworte: “ taktische Zurückhaltung…70 Prozent Opportunismus…Anpassung als Lebensnotwendigkeit,…autoritäres Verhalten in mir…“

40:00 Gaus fragt: „Von wann an können Sie den Menschen nicht mehr gerade in die Augen schauen?“ Sehr aktuelle Antwort von Frau Merkel

Weiterer Kommentar:
„Gaus! War da nicht mehr so scharf wie in den 60ern oder es gab da einen „Ossi-Rabatt“ . Trotzdem, er stellt wie von ihm gewohnt intelligente Fragen, die Merkel fordern. Heute undenkbar bzw. es gibt keine Antworten. Danke fürs hochladen. „

Über die Günter Gaus-Interviews:
„Zur Person“ war eine deutsche Fernseh-Sendereihe, in der Günter Gaus Prominente, insbesondere Politiker, interviewte. 1963 wurde die erste Sendung ausgestrahlt. Ab 1965 wurde die Reihe unter der Bezeichnung „Zu Protokoll“ im SWR, ab 1980 im WDR unter „Deutsche“ weitergeführt. 1990 erhielt sie beim DFF wieder den Titel „Zur Person“. Von 1992 bis 2003 wurde sie unter demselben Titel im ORB ausgestrahlt, der 2003 im RBB aufging. In 40 Jahren wurden über 200 Interviews geführt.

Günter Gaus zählte zu den bedeutendsten Journalisten der deutschen Nachkriegsgeschichte. Geboren 1929 in Braunschweig als Sohn eines Obsthändlers, wuchs er ebenda heran. Nach einem abgebrochenen Studium der Germanistik und Geschichte in München, widmete er sich für viele Jahre gänzlich der journalistischen Tätigkeit. Zunächst blieb diese ausschließlich auf das Zeitungswesen beschränkt, so arbeitete er als Redakteur u.a. für Spiegel und SZ, später gestaltete er die (anfangs) ZDF-Sendereihe „Zur Person“ nach Angebot Hans Herbert Westermanns, des Hauptabteilungsleiters für Politik und Zeitgeschehen beim ZDF, der verschiedene von Gaus verfasste Portraits in der SZ gelesen hatte und so zur Idee einer eigenen Sendung gekommen war. Von 1974 bis 1981 war Gaus Ständiger Vertreter der Bundesrepublik Deutschland bei der DDR.

Gaus, der durch Erfahrungen des Zweiten Weltkriegs geprägt war, begegnete nach eigener Aussage jeglichen Ideologien mit Ablehnung, so auch dem Verhalten der US-amerikanischen Regierung und ihrer Verbündeten nach dem 11. September 2001. Nachdem Gerhard Schröder den Amerikanern die „uneingeschränkte Solidarität“ Deutschlands zusicherte, trat Gaus aus der SPD aus. Er starb nach langer Krankheit im Jahre 2004 in Hamburg. Buchempfehlung: Günter Gaus: Widersprüche – Erinnerungen eines linken Konservativen Viele Folgen von „Zur Person“ und „Zu Protokoll“ lassen sich inzwischen etwa auf Amazon erwerben.

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