Wo bleibt der Protest – Jan Fleischhauer (Kolumnist ehemals Focus und Spiegel)

„Die Verzweiflung artikuliere sich nicht. Sorge vor „PC“-Gegenwind könne er nicht verstehen:

Wenn mir die Lebensgrundlage entzogen wird und mein Geschäft dichtgemacht wird, kann ich doch darauf keine Rücksichtnahme nehmen“.

Kolumnist Jan Fleischhauer (ehemals „Spiegel“, „Focus“) zeigt sich im Interview mit DDW fassungslos und konstatiert ein enormes Versagen der Regierung und Politik: „Wir stehen im zwölften Monat der Pandemie und kriegen selbst die einfachsten Aufgaben nicht bewältigt.“

Fleischhauer in dem Interview in der Reihe „Ausblick 2021“: „Ich dachte, wir sind eine führende Industrienation?

Wir schicken jetzt die Kinder zurück in die Klassen, und schaffen es nicht, Lüftungsgeräte aufzubauen?

Der Lockdown kostet uns jede Woche Milliarden, und wir haben das Geld nicht für Lüftungsgeräte?

Wir schützen die Altenheime nicht, wir schaffen es nicht, die Gesundheitsämter mit Software auszustatten?
Das ist Industriestand Deutschland im 21. Jahrhundert?“

Jan Fleischhauer zeigt sich angesichts der Corona-Maßnahmen, die Lebenswerke zerstöre, verwundert, wo die Stimme der Wirtschaftsverbände bliebe. Diese seien in einem „desolaten Zustand“. Die Verzweiflung artikuliere sich nicht. Sorge vor „PC“-Gegenwind könne er nicht verstehen:

„Wenn mir die Lebensgrundlage entzogen wird und mein Geschäft dichtgemacht wird, kann ich doch darauf keine Rücksichtnahme nehmen“.

Hinsichtlich der politischen Entwicklung vor dem Hintergrund der Bundestagswahl sieht Fleischhauer die „Schreckensvision“ eines roten oder grünen Kanzlers in einer rot-rot-grünen Koalition. „Dann gibt es Steuererhöhungen in einer Preisklasse, die wir uns noch gar nicht vorstellen können“. Mehr zur Reihe „Ausblick“ auf Die Deutsche Wirtschaft:
https://die-deutsche-wirtschaft.de/

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